Daniel Richter – Zurberes Daniel Richter – Zurberes

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Seit mehr als einhundert Jahren ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin "on air" und live im Konzertsaal präsent. Gegründet als eines der ältesten Sinfonieorchester für den Rundfunk in Europa, geht seine Geschichte auf die Geburtsstunde des öffentlichen Rundfunks in Deutschland, auf den 29. Oktober 1923 zurück. Seit diesem Tag haben Rundfunkpioniere wie Otto Urack, Bruno Seidler-Winkler, Kurt Weill und Paul Hindemith sowie Chefdirigenten wie Eugen Jochum, Sergiu Celibidache, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner und Rafael Frühbeck de Burgos einen Klangkörper geformt, der "hautnah" wie kaum ein anderes deutsches Orchester die Hochs und Tiefs der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlebt hat.

Im 21. Jahrhundert folgte auf Marek Janowski (2001 bis 2016) im Jahre 2017 Vladimir Jurowski, der aktuell als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter das Profil des RundfunkSinfonieorchesters Berlin maßgeblich prägt. Unter seiner Leitung festigte das RSB seinen Rang unter den Spitzenklangkörpern der Berliner Orchester- und der deutschen Rundfunklandschaft.

Als Artist in Residence ist in dieser Saison Jörg Widmann zu erleben. Der international renommierte Komponist, Klarinettist und Dirigent, der dem RSB seit vielen Jahren verbunden ist, tritt in vielfältigen Rollen auf: in zwei Sinfoniekonzerten (Mendelssohn Bartholdy, Rachmaninow sowie eigenen Werken), einem Kammerkonzert (Mozart und eigenen Werken) sowie in einer Masterclass für Akademist:innen.

Namhafte Gastdirigent:innen, die heute zu den internationalen Größen zählen, absolvierten ihr jeweiliges Berlin-Debüt mit dem RSB: Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Vasily Petrenko, Jakub Hrůša, Alain Altinoglu, Omer Meir Wellber, Lahav Shani, Karina Canellakis (von 2019 bis 2023 Erste Gastdirigentin des RSB). Mit Tarmo Peltokoski, Petr Popelka, Ruth Reinhardt, Edward Gardner, Nicholas Carter und anderen begann in den letzten Jahren eine vielversprechende Zusammenarbeit.
In der Saison 2026/2027 ist die Musik des 21. Jahrhunderts in ihrer stilistischen und kulturellen Vielfalt prominent vertreten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Werken zeitgenössischer Komponistinnen, darunter Sara Abazari, Unsuk Chin, Anna Clyne, Kathrin A. Denner, Hannah Eisendle, Georgia Koumará, Camille Pépin, Kaija Saariaho, Outi Tarkiainen und Anna Thorvaldsdóttir. Ergänzt wird das Programm durch Komponisten wie Thomas Adès, Steven Banks, Tan Dun, Samy Moussa und Max Richter sowie durch Künstler wie Brandt Brauer Frick, Rob Laidlow und Andile Khumalo.

Von Anbeginn traten renommierte Komponist:innen des 20. und 21. Jahrhunderts ans Pult des Berliner Funkorchesters oder führten als Solist:innen eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Hans Pfitzner, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill oder Alexander Zemlinsky sowie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Berthold Goldschmidt, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Peter Ruzicka, Daniel Schnyder, Siegfried Matthus, Heinz Holliger, Brett Dean und Marko Nikodijević.

© Peter Meisel
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in der Philharmonie

Insgesamt gibt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in der neuen Saison 25 Sinfoniekonzerte in der Philharmonie Berlin und im Konzerthaus Berlin. Dazu kommen im Großen Sendesaal des Haus des Rundfunks drei Konzerte in der Reihe "Jazzik", zwei "Erzählkonzerte", drei Familienkonzerte, drei Schulkonzerte, fünf Moderierte Proben sowie – neu und noch nicht in der Saisonbroschüre gedruckt – drei "Konzerte für Alle". Im KinderKünsteZentrum Berlin und im Exploratorium Berlin finden 24 Vorstellungen im Rahmen der Reihe "Rapauke" für Kindergartenkinder statt. Ins Kühlhaus Berlin, ins Theater im Delphi, ins Ballhaus Wedding und ins Kulturquartier silent green lädt das RSB zu sechs Kammerkonzerten, kuratiert und aufgeführt von Mitgliedern des Orchesters. Außerdem werden sechs Mikrokonzerte im Humboldt Forum sowie vier Konzertübertragungen im Zeiss-Großplanetarium angeboten.

Nahezu alle Sinfoniekonzerte des RSB werden vom Hörfunk mitgeschnitten und im Deutschlandfunk und im rbb Hörfunk sowie über die Europäische Rundfunkunion weltweit ausgestrahlt. 2025 waren es 86 Konzert-Ausstrahlungen in 26 Ländern. Darüber hinaus realisiert das RSB zahlreiche Studioaufnahmen, oft mit wertvollen Repertoire-Raritäten. Zuletzt erschienen sind u. a. die Sinfonien 3 und 4 von Paul Büttner, das Klavierkonzert op. 2 und die Sinfonie op. 4 von Leokadiya Kashperova, die Musik von Engelbert Humperdinck zum Bühnenwerk "Das Mirakel" sowie das Klavierkonzert Nr. 1 von Emil von Sauer und das Klavierkonzert op. 28 von Conrad Ansorge (alle veröffentlicht bei Capriccio).

Live ist das RSB national und international präsent. Seit mehr als 50 Jahren gastiert es regelmäßig bei deutschen und europäischen Festivals, in Fernost und in Musikzentren weltweit. Elf Gastspiel-Auftritte führen das Orchester in der nächsten Saison u. a. nach München, Wien, Innsbruck, Hamburg und zum Varna International Music Festival in Bulgarien.

Konzerte des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin