Wer klassische Musik in Berlin erleben möchte, kann aus einem außergewöhnlichen Angebot wählen. Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Rundfunkchor Berlin und dem RIAS Kammerchor Berlin steht unser Ensembleverbund wie keine andere Kulturinstitution für Vielfalt, musikalische Exzellenz und Avantgarde. Ob Sinfoniekonzerte, inklusive Formate oder Crossover, die Programme unserer vier Ensembles schaffen individuelle Anknüpfungspunkte für persönliche Musikerlebnisse. Daran knüpfen die Konzert-Empfehlungen unserer Kurator*innen an: Expert*innen aus den Bereichen Transformation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Arbeitskultur, Wirkung und kulturelle Teilhabe teilen ihre Lieblingskonzerte der Saison 2026/27 und machen sichtbar, wie Musik persönliche Zugänge eröffnet.

Birgit Mandel

Prof. Dr. Birgit Mandel

Professorin für Kulturvermittlung/-management, Universität Hildesheim
Jacob Sylvester Bilabel

Jacob Sylvester Bilabel

Projektleitung Green Culture Anlaufstelle
Eckart Altenmüller

Prof. em. Dr. med. Dipl.-Mus. Eckart Altenmüller

Neurologe, Flötist, ehem. Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der HMTM Hannover
Juliane Gerland

Prof. Dr. Juliane Gerland

Pro­fes­so­rin für em­pi­ri­sche Mu­sik­päd­ago­gik HfMDK Frankfurt
christopher-widauer-kurator-roc

Christopher Widauer

Berater für digitale Transformation

Prof. Dr. Marion Ackermann

Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann

Direktorin Abteilung Musik, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
susanne-leithoff-kuratorin-roc

Susanne Leithoff

Organisationsentwicklerin und Lehrbeauftragte der Hochschule Hannover für Leadership & Change
Lena Marbacher

Dr. Lena Marbacher

Gründerin Neue Narrative, freie Journalistin und Autorin
markus-hilger-kurator-roc

Prof. Dr. Markus Hilgert

Präsident der Universität der Künste Berlin, Altorientalist und Kulturmanager

Konzertempfehlungen Saison 2026/27

Birgit Mandel

Dr. Birgit Mandel ist Professorin für Kulturvermittlung und Kulturmanagement an der Universität Hildesheim und Studiengangsleiterin des Masters Kulturvermittlung sowie des Bachelors Kulturwissenschaften und künstlerische Praxis. Sie hat diverse Publikums- und Bevölkerungsbefragungen durchgeführt und viele Publikationen veröffentlicht mit Fokus auf kulturelle Teilhabe an der Schnittstelle von Kulturvermittlung, Kulturmanagement und Kulturpolitik.

Birgit Mandel

Konzertempfehlung: „Game on Symphony“

23. Oktober 2026 im Haus des Rundfunks

„Mein Lieblingskonzert der Saison 2026/27 ist ›Game on Symphony‹. Obwohl ich selbst keine Computerspiele spiele, bin ich als Kulturvermittlerin neugierig auf dieses Crossover zwischen einem klassischen Orchester und populärer Kultur, mit dem es gelingen könnte, Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nicht begegnen: das Publikum klassischer Musik mit der Games-Szene.“

Hat diese Empfehlung Ihre Neugierde geweckt? Tickets für das Konzert können Sie hier kaufen.

dso-berlin-26-27

Jacob Sylvester Bilabel

Jacob Sylvester Bilabel leitet seit Ende 2023 die zentrale Green Culture Anlaufstelle des Bundes. 2020 initiierte er das von der BKM geförderte Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien. Bereits 2009 gründete er die Green Music Initiative, die heute europaweit über 350 Festivals und 500 Veranstaltungsorte vernetzt und als Innovations- und Forschungsagentur für nachhaltige Entwicklungen in der Musik- und Veranstaltungsbranche gilt.

Jacob Sylvester Bilabel

Konzertempfehlung: Mitsingkonzert 2027 Mozart-Requiem

7. März 2027 in der Philharmonie Berlin

„Wissenschaftler*innen haben herausgefunden: Gemeinsames Singen wirkt besser als Sex. In einer aktuellen Studie konnten sie feststellen, dass die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin sich teilweise bis um das Fünffache verstärkt – beim gemeinsamen aktiven Musikgenuss. Was kann es also Besseres geben, als mit bis zu 1.300 Menschen Mozarts Requiem zu proben und es dann zusammen mit professionellen Sänger*innen des Rundfunk-Sinfonieorchesters in der Berliner Philharmonie aufzuführen? Wenn viel wirklich viel wirkt, verspricht dieser Abend ein atemberaubendes Erlebnis.“

Erleben Sie dieses musikalische Highlight live und sichern Sie sich jetzt Ihr Konzertticket.

Rundfunkchor

Eckart Altenmüller

Prof. emeritus Dr. med. Dipl. mus. Eckart Altenmüller war bis März 2024 Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Er ist ausgebildet als Neurologe und Flötist und befasst sich mit den hirnphysiologischen Grundlagen von Musikwirkungen.

Eckart Altenmüller

Konzertempfehlung: Honeck & Frang

30./31. Oktober 2026 in der Philharmonie Berlin

„Mein Motto: Musik ist die universale Sprache der Gefühle. Für mich umspannt der emotionale Raum in diesem Konzert Aufruhr und tiefe Friedlichkeit bei Julia Perry, verzweifelte Ausbrüche des späten Robert Schumann und den Gefühlskosmos Mahlers. Schumann gibt im Violinkonzert seinen bedrängenden Klanghalluzinationen eine Stimme. Besonders berührend: Im Lento klingt das überirdisch schöne, leise beunruhigende Thema seiner ›Geistervariationen‹ an. Ein Dokument menschlicher Zerbrechlichkeit.“

Wenn diese Empfehlung Sie überzeugt hat, können Sie hier Tickets für das Konzert erwerben.

rsb-berlin

Juliane Gerland

Prof. Dr. Juliane Gerland ist Professorin für empirische Musikpädagogik an der HfMDK Frankfurt. Zuvor lehrte sie Musikpädagogik mit Schwerpunkt sonderpädagogische Förderung und Inklusion an der Universität Münster sowie Musik in kindheitspädagogischen und sozialen Feldern an der Hochschule Bielefeld und Kulturelle Bildung und Inklusion an der Universität Siegen. Nach Studien in Instrumentalpädagogik, Musiktherapie und einer Promotion zu Musik in der Sonderpädagogik unterrichtete sie mehr als zehn Jahre EMP, Fagott und Gitarre an der Musikschule Dortmund. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Musikpädagogik und Inklusion, Musikschulforschung sowie Professionalisierungsprozessen von Lehrkräften in musizierpädagogischen Kontexten.

Juliane Gerland

Konzertempfehlung: Vladimir Jurowski & Julia Fischer

5. Februar 2027 im Konzerthaus Berlin

„Als Musikpädagogin ist es für mich wichtig, dass Menschen passende Gelegenheiten finden, Musik zu erleben und etwas über Musik zu lernen. Daher empfehle ich das Konzert ›Lebensabendmusik‹ des RSB am 05. Februar 2027. Dieses Konzert wartet nämlich mit einem beeindruckenden emotionalen Spektrum von A wie Aufgeregtheit (zum Beispiel im dritten Satz des Violinkonzerts von Jean Sibelius) bis Z wie Zerrissenheit (zum Beispiel im letzten Satz der 6. Sinfonie von Pjotr Tschaikowsky) in Klängen auf. Ich empfehle es in Verbindung mit der moderierten Probe am 01. Februar 2027, denn gerade für nicht so routinierte Konzertbesucher*innen bietet das kombinierte Format die Gelegenheit, sich gründlicher mit der Musik zu befassen.“

Sie möchten der Empfehlung folgen? Hier können Sie sich Tickets für das Konzert kaufen.

dso-berlin-26-27

Christopher Widauer

Christopher Widauer studierte Philosophie und war von 1986 bis 2009 im Musikmanagement tätig. 1991 entwickelte er eine Ticketingsoftware und gründete ein Puppentheater für zeitgenössische Literatur und Musik, mit dem er international auf Tournee ging. Von 2010 bis 2013 leitete er die Abteilung Darstellende Kunst der Stadt Wien. Anschließend verantwortete er die digitale Entwicklung an der Wiener Staatsoper und arbeitete von 2020 bis 2023 an der Scala in Mailand an Projekten wie Livestreaming-Plattformen, digitalen Noten und SMART SEATS. Seit 2020 realisiert er Projekte der digitalen Transformation mit führenden Opernhäusern und Orchestern.

christopher-widauer-kurator-roc

Konzertempfehlung: Mozart’s Requiem – A Tapestry

14. Februar 2027 in der Philharmonie Berlin

„Wie oft sieht man nach wie vor ›Sandwich‹-Programme, bei denen ein neues Stück so in einen sonst völlig beliebigen Ablauf verpackt wird, dass es das Publikum mitnehmen muss, wenn's denn Mozart und Brahms hören möchte – das tut weder dem einen noch dem andern gut. Und wie selten ist dieser mutige Zugriff: der die neuen Stücke durch Mozart und das Requiem durch die ungewohnten Klänge von innen heraus leuchten lässt.“

Wenn diese Empfehlung Sie angesprochen hat, können Sie hier Tickets für das Konzert bestellen.

dso-berlin-26-27

Marion Ackermann

Prof. Dr. Marion Ackermann ist Kunsthistorikerin und seit Juni 2025 Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Zuvor war sie von 2016 bis 2025 Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Weitere Leitungsstationen waren das Kunstmuseum Stuttgart, dessen Direktion sie 2003 übernahm, sowie die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Ackermann studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Göttingen, Kassel, Wien und München und wurde 1995 an der Universität Göttingen mit einer Arbeit zu Wassily Kandinsky promoviert. Neben ihrer Tätigkeit als Kuratorin und Museumsleiterin hatte sie Lehraufträge an Universitäten und Kunstakademien inne.

Konzertempfehlung: „Sehnsucht“

20. Februar 2027 in der Philharmonie Berlin

„Tiefe existenzielle Krisenerfahrung bringt Kunst hervor, die etwas Überzeitliches hat. Die berühmten Zeilen von Andreas Gryphius ›Du siehst, wohin Du siehst, nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein…‹ berühren uns noch heute. Das subtil gemalte ›Stilleben mit Musikinstrumenten‹ von Pieter de Ring (1650) führt uns in der Gemäldegalerie die Vanitas als Symbol der Fragilität, auch der menschlichen Existenz, vor Augen. Ernst Kreneks Kantate ›Von der Vergänglichkeit irdischen Lebens‹ ist 1932 verfasst und lässt sich heute wie eine Prophezeiung und Mahnung verstehen.“

Sie wollen die Empfehlung beim Wort nehmen? Hier können Sie sich Tickets für das Konzert kaufen.

rias-kammerchor-25-26

Melanie Wald-Fuhrmann

Melanie Wald-Fuhrmann studierte Musikwissenschaft und altgriechische Philologie und promovierte 2005 an der Universität Zürich mit einer Arbeit zu Athanasius Kirchers Musurgia universalis. Nach ihrer Habilitation über Melancholie in der Instrumentalmusik um 1800 hatte sie Professuren an der Musikhochschule Lübeck sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Seit 2013 ist sie wissenschaftliches Mitglied und Direktorin am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik.

Konzertempfehlung: Membra Jesu nostri

7. März 2027 in der Nikolaikirche Spandau

„Ich liebe die Musik des 17. Jahrhunderts. Und ›Schuld‹ daran hat auch Dieterich Buxtehude. Seine Kantaten zählten zur ersten vorbachischen Musik, die ich je gehört habe, und prägten mich nachhaltig. Die ›Membra Jesu Nostri‹ mit ihrer Mischung aus Expressivität und Eingängigkeit sind mittlerweile eines meiner absoluten Lieblingsstücke und dürfen in keiner Fastenzeit fehlen.“

Sie wollen die Empfehlung beim Wort nehmen? Hier können Sie sich Tickets für das Konzert kaufen.

rias-kammerchor-25-26

Susanne Leithoff

Susanne Leithoff ist als Health-Managerin (Universität Düsseldorf), zertifizierte systemische Organisationsentwicklerin und Lehrbeauftragte der Hochschule Hannover für Leadership & Change tätig. Sie ist Gründerin und Leiterin des Instituts für gesunde Organisationsentwicklung in Wiesbaden und begleitet Unternehmen und Führungskräfte bei den Themen Organisationsentwicklung, Change, Leadership, Diversity, Innovation und Resilienz.

susanne-leithoff-kuratorin-roc

Konzertempfehlung: Matthäus-Passion

26. März 2027 in der Philharmonie Essen

„Bachs Matthäus-Passion begleitet mich seit meinem 21. Lebensjahr. Sie ist mit den tiefsten Erfahrungen meines Lebens verbunden – mit der ersten großen Liebe, mit Trennung, mit dem Abschied von geliebten Menschen und zugleich immer wieder mit Trost, Hoffnung und neuen Entwicklungsmöglichkeiten.
Kaum ein Werk führt so eindringlich vor Augen, dass Liebe und Leid keine Gegensätze sind, sondern untrennbar zusammengehören. Als Organisationsentwicklerin beschäftigt mich die Frage, wie sich kollektive Muster bilden, die Menschen dazu bringen, Dysfunktionales und Destruktives hervorzubringen oder mitzutragen. Die Matthäus-Passion macht diese Dynamik auf erschütternde Weise erfahrbar - und erinnert mich zugleich daran, dass selbst im größten Schmerz Trost, Liebe und das Potenzial höchster Lebendigkeit gegenwärtig bleiben.“

Wenn diese Empfehlung Ihnen Lust aufs Konzert gemacht hat, können Sie sich hier Ihre Tickets kaufen.

rias-kammerchor-25-26

Lena Marbacher

Dr. Lena Marbacher ist Gründerin des Wirtschaftsmagazins Neue Narrative, freie Journalistin sowie Autorin des Buches „Arbeit macht Missbrauch“. Sie begleitet Organisationen in der Prävention und Intervention bei Gewalt und Machtmissbrauch.

Lena Marbacher

Konzertempfehlung: Rufus Wainwrights „Dream Requiem“

25. April 2027 in der Philharmonie Berlin

„Rufus Wainwrights ›Dream Requiem‹ beginnt hauchzart und erwischt die Zuhörenden dann mit ganzer Wucht. Das Stück spiegelt für mich in zutiefst berührender Weise die großen Spannungen und Hoffnungen unserer Welt wider, die durch ihre eigene Komplexität ins Stolpern geraten ist und auf der Suche nach sicherem Boden unter den Füßen dort endet, wo alles anfängt: mit klopfendem Herzen.“

Lassen Sie der Empfehlung ein Konzert folgen und bestellen Sie sich hier Ihre Tickets.

dso-berlin-26-27

Markus Hilgert

Prof. Dr. Markus Hilgert ist Präsident der Universität der Künste Berlin, Altorientalist und Kulturmanager. Die Musik begleitet ihn seit seiner Kindheit – als Limburger Domsingknabe hat er früh erfahren, welche Kraft sie entfalten kann. Bis heute ist er überzeugt: Musik verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und eröffnet neue Perspektiven. Deshalb setzt er sich mit Leidenschaft für ein lebendiges Kulturleben in Berlin ein.

markus-hilger-kurator-roc

Konzertempfehlung: Kammerkonzert im Kühlhaus Berlin

27. Mai 2027 im Kühlhaus Berlin

„Ich gestehe gern, dass ich Streichquartette leidenschaftlich liebe. ›Unvergessen‹ erinnert mit Streichquartetten von Berthold Goldschmidt, Erwin Schulhoff und Ignatz Waghalter an drei Komponisten, die mit der Geschichte der Universität der Künste Berlin in Verbindung stehen und die infolge der nationalsozialistischen Diktatur auf unterschiedliche Weise von Verfolgung, Exil oder Vergessen betroffen waren. Das Motto ›Unvergessen‹ erhält dadurch eine doppelte Bedeutung: Es erinnert nicht nur an die Schicksale dieser Komponisten, sondern setzt auch ein Zeichen gegen das Vergessen ihrer Musik.“

Folgen Sie Markus Hilgerts Empfehlung und bestellen Sie sich hier Tickets für dieses Konzert!

rsb-berlin