Intendantin der roc berlin zieht Bilanz
Bettina Pesch geht als Geschäftsführende Direktorin zum Theater Dortmund.


„Fünf Jahre als Intendantin bei der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH in Berlin – das war nicht nur künstlerischer Genuss, sondern meistens auch harte Arbeit. Aber ich hinterlasse eine wirtschaftlich stabile Klangkörpergemeinschaft, die sich künstlerisch auch im internationalen Markt sehen lassen kann und gerade in letzter Zeit ihre Besucher- und Abonnementzahlen deutlich gesteigert hat. Darauf bin ich stolz.“

Diese Bilanz zieht Bettina Pesch jetzt für die roc berlin, die sie als deutlich langjährigste Intendantin nach fünf Jahren verlässt, um sich als Geschäftsführende Direktorin des Theater Dortmunds neuen Aufgaben zuzuwenden.

In den Jahren ihrer Intendanz bei der roc berlin hat Bettina Pesch eine klare Struktur nach innen und außen geschaffen. Dabei hat sie immer viel Wert darauf gelegt, einerseits Synergieeffekte zu nutzen, andererseits die Profilschärfe der einzelnen Ensembles zu erhalten und weiter zu stärken. Pro Ensemble und Betriebszweig hat Bettina Pesch zunächst Kostencenter, Zielvereinbarungs- und Controllingsysteme eingerichtet und die Personalkosten neu strukturiert. Ergebnis: transparente Kostenverläufe, schnelle Erkenntnisse über gebundene und frei werdende Mittel, bessere Möglichkeiten zur Steuerung des Geschäfts. Sachgebiete auch innerhalb der Geschäftsführung wurden komprimiert, der Besucherservice neu organisiert. Letztlich haben alle diese Maßnahmen zu erheblichen Kosteneinsparungen geführt. Die roc ist innerhalb von Berlin in diesen schwierigen Zeiten eine Institution, die in ihrem Budgetrahmen blieb und ihn noch weiter verbessert hat.

Auch im Rechts- und Vertragswesens und in der Kommunikation hat die roc berlin neue Maßstäbe gesetzt. Zum Beispiel gelang es, die RIAS Big Band ohne Rechtsstreitigkeiten aufzulösen und die Altverträgler aus den Zeiten vor der Wende in den Bundesangestelltentarif zu integrieren. Tarifverträge für weitere drei Ensembles liegen fertig in der Schublade und warten auf ihren Abschluss. Ebenso wurden Konzert- und Gastspielverträge überarbeitet und internationalisiert.

Auch nach außen hin hat sich die roc berlin überzeugend aufgestellt: neues Logo, neues Design, neues Internet-Programm und insgesamt ein neues Dach für die vier Klangkörper. „Bündnis für Musik“ heißt das Motto, unter das sich die ansonsten künstlerisch bewusst eigenständig agierenden Ensembles einordnen.

Abgesehen von der administrativen Tätigkeit hat die roc berlin die Jugendarbeit und die Nachwuchsförderung zunächst als ihre übergreifende Aufgabe gesehen und im Rahmen eines „Musikpädagogische Dienstes“ auch eigenständige Projekte realisiert. Doch mittlerweile sind diese Aktivitäten bei den Ensembles so fest verankert, dass die roc berlin die Verantwortung für die musikpädagogischen Projekte auf die Ensembles selber übertragen konnte.

Nicht zuletzt hat die roc berlin im Februar 2004 ihr erstes Musikfest auf die Beine gestellt und hier unter Beteiligung aller Musiker und Ensembles in den verschiedensten Zusammensetzungen künstlerisch sehr beachtliche und innovative Programme entwickelt und präsentiert. Eine Fortsetzung dieses Gedankens der gemeinsamen Konzertgestaltung wird es Pfingsten 2007 mit der Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Mythos“ geben.

In den nächsten Jahren gilt es nun, auf diesem Fundament aufzubauen und die Gesellschaft im Interesse der Mitarbeiter und im Interesse des Publikumsweiter zu stärken und zu stabilisieren. „Ich denke, ich übergebe dem neuen Intendanten Gernot Rehrl ein gut bestelltes Haus“ meint Bettina Pesch. „Nach wie vor hat die roc berlin ein großes Potential, das es weiterhin zu nutzen und auszubauen gilt. Ich wünsche meinem Nachfolger viel Erfolg dabei .“