
Rundfunkchor Berlin
Mit rund 60 Konzerten jährlich, CD-Einspielungen und internationalen Gastspielen zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören der Welt. Allein drei Grammy Awards stehen für die Qualität seiner Aufnahmen. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles, reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision und packende Ansprache machen den Profichor zum Partner bedeutender Orchester und Dirigent*innen, darunter Kirill Petrenko, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Yannick Nézet-Séguin. In Berlin besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern sowie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und ihren Chefdirigenten. Seit 2015 steht der Niederländer Gijs Leenaars als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter an der Spitze des Ensembles.
Das human requiem – künstlerische Aufbrüche
Internationales Aufsehen erregt der Rundfunkchor Berlin auch mit seinen interdisziplinären Projekten, die das klassische Konzertformat aufbrechen und Chormusik neu erlebbar machen. Zum Meilenstein wurde die szenische Umsetzung des Brahms-Requiems als "human requiem" durch Jochen Sandig und ein Team von Sasha Waltz & Guests. Seit der Premiere 2012 gastierte der Rundfunkchor Berlin unter anderem in New York, Hongkong, Paris, Adelaide, Istanbul und Elefsina. Mit dem Projekt "LUTHER dancing with the gods" reflektierte der Chor im Herbst 2017 in einer genresprengenden Konzertperformance mit Robert Wilson und Musik von Bach, Nystedt und Reich die Wirkung Martin Luthers auf die Künste und ihre Ausdrucksformen.
Für die interdisziplinäre Konzertinstallation "THE WORLD TO COME" kreierte der Rundfunkchor Berlin in der Saison 2020/21 eine Berliner Festmesse nach Beethovens "Missa solemnis". In der Saison 2023/24 setzte der Rundfunkchor Berlin mit "Rote Messe" Gioachino Rossinis "Petite Messe solennelle" in Szene. Die Musiktheater-Performance unter Regie von Anna-Sophie Mahler kombinierte Rossinis Messe mit Werken von u. a. Schönberg in der ehemaligen Industriehalle MaHalla in Berlin-Oberschöneweide.
Anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums brachte der Rundfunkchor Berlin in der Saison 2024/25 mit "Flying Mozart" erstmals klassische Chormusik mit der urbanen Tanzsprache des Breakings zusammen. In Zusammenarbeit mit den Flying Steps und der Deutschen Streicherphilharmonie entstand eine Inszenierung von Mozarts Requiem, die mit Lichtkunst und elektronischer Musik das Werk in einen modernen Kontext setzte.
RundfunkchorLounge – Chor trifft Gegenwart
Seit der Saison 2016/17 ist die RundfunkchorLounge ein fester Bestandteil des Programms. Das Format bringt zusammen, was selten zusammenkommt: Chorgesang, Kammermusik und offene Gespräche zu gesellschaftlich relevanten Themen – in lockerer Atmosphäre im Heimathafen Neukölln. In der Saison 2026/27 stehen dabei Themen wie Wasser und unser Umgang mit dieser Ressource in Zeiten von Knappheit, Lust und Körperlichkeit sowie Zeit und Zeitlichkeit im Mittelpunkt.
Trailer zu 100 Jahren Rundfunkchor Berlin
Singen für alle
Mit seinen Community-Projekten für unterschiedliche Zielgruppen – dem großen Mitsingkonzert in der Berliner Philharmonie und der Liederbörse für Berliner Schüler*innen – möchte der Rundfunkchor Berlin möglichst viele Menschen zum Singen bringen. Sein breit angelegtes Bildungsprogramm SING! zielt auf die nachhaltige Vernetzung verschiedener Partner*innen, um das Singen als selbstverständlichen Teil des Berliner Grundschulalltags zu fördern. Mit der Akademie und Schola sowie der Internationalen Meisterklasse für Chordirigieren in Berlin setzt sich das Ensemble für den professionellen Sänger*innen- und Dirigent*innennachwuchs ein.
Gijs Leenaars und die Gegenwart einer 100-jährigen Chorgeschichte
1925 gegründet, blickt der Rundfunkchor Berlin 2026 auf über 100 Jahre seines Bestehens zurück. Der Chor wurde von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe, Robin Gritton und Simon Halsey geprägt. Seit der Saison 2015/16 steht der Niederländer Gijs Leenaars als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter an der Spitze des Ensembles. Simon Halsey bleibt dem Chor als Ehrendirigent und Gastdirigent verbunden.