Geschichte

„Was wir bei den ROC-Ensembles erleben, ist eine einzigartige Mischung aus Traditionsbewusstsein und Zukunftsblick: innovative Orte, innovative Formate, immer wieder neue Versuche, Menschen für Musik zu begeistern.“

Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin

Aus der Hauptstadt für ganz Deutschland und die Welt – die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC) vereint – seit ihrer Gründung im Jahre 1994 – vier internationale Spitzenensembles in einer Holding: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin (DSO), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), Rundfunkchor Berlin und RIAS Kammerchor Berlin. An deren Spitze stehen vier junge Chefdirigenten mit internationaler Strahlkraft: Robin Ticciati beim DSO, Vladimir Jurowski beim RSB, Gijs Leenaars beim Rundfunkchor Berlin und Justin Doyle beim RIAS Kammerchor Berlin. Die ROC versteht sich für ihre Ensembles und deren Künstlerische Leiter als Dienstleister, der die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen schafft, um die künstlerischen Prozesse der einzelnen Ensembles zu ermöglichen und zu fördern.

Was als ungewöhnliche Lösung für die Rundfunkensembles des ehemals geteilten Berlins begann, ist längst zu einem unverzichtbaren Teil der deutschen Orchester- und Chorlandschaft geworden:

Die ROC zählt zu den größten Klassik-Veranstaltern Deutschlands und beschäftigt derzeit rund 330 Mitarbeiter*innen im künstlerischen und organisatorischen Betrieb. Mit rund 200 Konzerten in Berlin und auf Gastspielreisen in die bedeutenden Musikzentren der Welt erreichen ihre vier Ensembles jährlich um die 200.000 Zuhörer*innen und über die Radiosender Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk und rbbKultur sowie diverse Streaming-Plattformen noch einmal um die 1,8 Millionen Menschen. Hinzu kommt das internationale Publikum auf Gastspielen in den bedeutenden Musikzentren der Welt. Dabei setzen die ROC-Ensembles mit ihren hochkarätigen und ambitionierten musikalischen Programmen weltweit immer wieder aufs Neue erfolgreich künstlerische Impulse.

„Danke dafür, dass Sie Deutschlands Kultur ein Glanzlicht, auch in der Welt, aufsetzen. Es gibt wenige so schöne Beispiele geglückten Zusammenwirkens in der Kultur aus Ost und West.“

Monika Grütters, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Die ROC gilt als ein aus der deutsch-deutschen Geschichte gewachsenes Erfolgskonstrukt mit unschätzbarem Wert für die nationale und internationale Musik- und Kulturszene und blickt auf eine einzigartige Historie zurück:

Nach der deutschen Wiedervereinigung sah man sich beim Rundfunk wie in den meisten öffentlichen Bereichen mit einer Doppelung konfrontiert: Dem RIAS Berlin im Westen stand der Rundfunk der ehemaligen DDR gegenüber. In beiden Hälften Berlins existierte deshalb jeweils ein Rundfunkorchester und ein Rundfunkchor, im ehemaligen Westteil das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (bis 1956: RIAS-Symphonie-Orchester Berlin, bis 1993: Radio-Symphonie-Orchester Berlin) und der RIAS Kammerchor Berlin, im ehemaligen Ostteil das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – das älteste Rundfunkensemble Deutschlands, gegründet 1923 – und der Rundfunkchor Berlin.

Im Einigungsvertrag hatte man sich verpflichtet, die Kulturlandschaft der ehemaligen DDR zu erhalten. Zudem waren alle vier Ensembles einerseits geschichtsträchtige Institutionen, andererseits sehr erfolgreiche Marken, so dass man an einem Auffangmodell arbeitete, um ihre künstlerische Exzellenz zu bewahren. Ein erster Schritt wurde 1993 mit der Zusammenführung von Deutschlandfunk Köln, dem RIAS Berlin und dem Deutschlandsender Kultur zum nationalen Sender Deutschlandradio gemacht, der am 1. Januar 1994 seinen Betrieb aufnahm. Da dieser Sender allein nicht in der Lage war, alle Musiker*innen und Sänger*innen der Rundfunkensembles zu beschäftigen, entwarf man ein avanciertes Konstrukt: die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC).

Ihrer Gründung zum 1. Januar 1994 gingen weitreichende Verhandlungen voraus, in denen unterschiedliche Interessen aus Kultur und Politik in Einklang gebracht werden mussten. Doch schließlich einigte man sich: Das neu gegründete Deutschlandradio wurde mit 40 % zum größten Gesellschafter der ROC, der Bund übernahm 35 % der Anteile, das Land Berlin 20 % und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (ehemals: Sender Freies Berlin) 5 %. Die Ensembles waren so in ihrem Fortbestand gesichert und konnten weiterhin als Kulturbotschafter Berlins und Deutschlands ihre unterschiedlichen künstlerischen Wege gehen. Die übergreifenden Abteilungen wie Personal- und Finanzwesen, Buchhaltung und Ticketservice wurden zentral in der Holding gebündelt.

„Die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH bildet eine Organisationsstruktur, die die Rundfunkensembles aus Ost- und Westberlin 1994 zusammengeführt hat und die damit ein gelungenes Beispiel für effiziente und effektive Aufgabenwahrnehmung geworden ist. Damit gibt sie den Rahmen für ein Qualitätsversprechen, das Zuhörerinnen und Zuhörer in Berlin, Deutschland und in aller Welt anzieht – ob im Konzertsaal oder vor dem Radio.“

(Anselm Rose, Geschäftsführer der ROC)
25 Jahre ROC - Jubiläumstrailer

Gesellschafter

Die ROC ist einer der größten Klassik-Veranstalter Deutschlands. Ihre vier Klangkörper erreichen Zuhörer*innen in Berlin, Deutschland und in aller Welt – ob im Konzertsaal oder vor dem Radio. Diese starke Präsenz ist nur dank der vereinten Kraft ihrer vier Gesellschafter möglich. Mit 40 % ist Deutschlandradio der Hauptgesellschafter, gefolgt von der Bundesrepublik Deutschland mit 35 %, dem Land Berlin mit 20 % und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg mit 5 %. Der notwendige finanzielle Aufwand für die vier Ensembles verteilt sich so auf mehrere Schultern, zugleich profitieren alle Seiten von der herausragenden künstlerischen Qualität.

Geschäftsführer

Anselm Rose
© Bettina Fürst-Fastré

Seit dem 1. April 2018 ist Anselm Rose allein verantwortlicher Geschäftsführer der Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC). Der gebürtige Wolfsburger lebt in Dresden und Berlin und ist einer der Gründer und Geschäftsführenden Gesellschafter des Deutschen Orchestertages, dem größten Branchentreff der Orchesterwelt in Europa.

Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften in den Fächern Jura, Wirtschafts- und Politikwissenschaften in Konstanz sowie einem Eisenhower Fellowship für Kulturmanagement in den USA führten ihn erste Engagements als Geschäftsführer und Kaufmännischer Leiter zur Bergische Symphoniker Orchester der Städte Remscheid und Solingen GmbH, als Geschäftsführender Direktor zum Stuttgarter Kammerorchester sowie als Intendant zu den Münchner Symphonikern. Von 2004 bis 2014 wirkte er als Geschäftsführender Intendant der Dresdner Philharmonie, für die er u.a. den Bau des neuen Konzertsaales im Kulturpalast auf den Weg brachte.

In der Folgezeit war Anselm Rose als Senior-Berater für Kulturbetriebe und Kulturpolitik mit Fokus auf Change-Management und Strategiefragen tätig, bevor ihn die Gesellschafter der ROC nach Berlin beriefen.