Musikalische 4Falt zu Ostern in Berlin
Ensembles der roc berlin präsentieren klassische Meisterwerke vom Barock bis heute


Berlin. 14.03.2006. – Sieben Konzerte rund um das Thema Ostern und die christliche Botschaft haben die vier roc-Ensembles für die Osterwoche konzipiert. Deutsches Symphonie-Orchester, Rundfunkchor Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und RIAS Kammerchor – alle sind beteiligt, größtenteils in gemeinsamen Auftritten. Die Ensembles wollen damit nicht nur ihr treues Berliner Publikum, sondern auch Touristen und Besucher erfreuen, die sich in diesen Tagen in der deutschen Hauptstadt aufhalten.

Die Ensembles bewegen in diesen Konzerten vom Samstag, 9. April, bis zum Ostersonntag, 16. April ein weites Spektrum an Themen und Stilen. Die Vision, dass neues Leben und nicht der Tod das Ziel des Weltlaufs sei, existieren nicht nur in der christlichen Religion. Sie gehören zu den Grundfiguren intensiven Lebens und Hoffens. Die Musik hebt sie, mehr noch als stilisierte Texte, über den Horizont einer einzigen Glaubensgemeinschaft hinaus und macht sie zum menschlichen Allgemeingut. Mit "Sound from the Bosporus - Bach zwischen Ost und West" begegnen sich am 13. April in der Berliner Gedächtniskirche mitteleuropäische und türkische Tradition.

Aber auch in den anderen Programmen der roc-Ensembles finden diese Gedanken vielfältigen Ausdruck, in musikalischen Stilen vom frühen Barock bis zu unserer Gegenwart. Die Passion Christi wurde in den "Sieben letzten Worten", die er vor seinem Tod sprach, zum Symbol konzentriert, mit dem sich die Musik teilweise sehr gegensätzlich auseinandersetzt. Beispiel: die Chorvertonung durch Heinrich Schütz, den die Erfahrung des Dreißigjährigen Krieges tief prägte, und die orchestralen Reflexionen von Joseph Haydn, die das RSB mit Zwischentexten von Thomas Bernhard ganz dicht an unsere Gegenwart holt. Dass der Tod das Tor zu neuem Leben öffne, klingt aus Schütz’ "Musikalischen Exequien" ebenso heraus wie aus Brahms’ "Deutschem Requiem" – und aus Hans Zenders "Bardo", das durch tibetanische Totenbücher inspiriert ist. Dass die alten Gelehrten gerade sieben letzte Worte Christi zusammenstellten, hat einen zahlensymbolischen Grund: Sieben ist die Zahl der vollendeten Schöpfung. Sie besingt Joseph Haydn in seinem Oratorium, diesem großen Lied des Lebens. Mit ihm schließt die roc-Reihe um Ostern.